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Parken am Flughafen

Parken am Flughafen Köln/Bonn: Der vierte Tag kostet einen Euro

Im Parkhaus 3 kosten drei Tage 108 Euro und sieben Tage 109 Euro. Der vierte Tag kostet also einen Euro, der fünfte, sechste und siebte kosten nichts – eine Stufe, die auf keinem Schild steht und die die Rechnung für jede Urlaubsreise ab Köln/Bonn umdreht.

Dr. Eva Sommer
Dr. Eva Sommer
17. September 2026
Blick über eine lange, schwach beleuchtete Parkebene: eine leere Fahrgasse führt zwischen zwei dicht besetzten Stellplatzreihen in die Tiefe, darüber eine niedrige weiße Rippendecke mit Lichtbändern zwischen den Trägern, am oberen Bildrand ein rotes EXIT-Schild
Foto: Anastasiya Badun / Pexels

Der Köln Bonn Airport betreibt drei Parkhäuser und zwei Parkflächen mit nach eigener Angabe über 12.500 Stellplätzen. Gemessen an einem Flughafen dieser Größe ist das viel Fläche, und die Folge steht in der Preisliste: Der CGN muss seine Langzeitparker nicht abweisen, er muss sie anlocken. Die Staffel im Parkhaus 3 tut das mit einer Stufe, die ich in dieser Deutlichkeit an keinem anderen deutschen Flughafen gefunden habe.

Alle folgenden Zahlen stammen aus der offiziellen Parktarifübersicht des Köln Bonn Airport, abgerufen im September 2026 (Stand 2026). Preise am Flughafen ändern sich; die Struktur dahinter ändert sich langsamer, und sie ist es, die die Entscheidung trägt.

Parkhaus Flughafen Köln/Bonn: Preise für P1, P2, P3 und Parkplatz Nord

Vier Anlagen kommen für Reisende ernsthaft infrage, und sie unterscheiden sich weniger im Komfort als in der Frage, ab wann sie günstig werden.

AnlageLage laut BetreiberStellplätze1 TagErste WocheOnline ab
Parkhaus 1am Terminal 11.12043 €–129 €
Parkhaus 2am Terminal 23.93043 €169 €75 €
Parkhaus 3350 m Fußweg6.54736 €109 €39 €
Parkplatz Nord150 m Fußweg8043 €180 €125 €

Parkhaus 1 rechnet 7 Euro je angefangene Stunde ab und deckelt bei 43 Euro am Tag. Eine Wochenstaffel weist die Preisliste gar nicht aus – nur den Onlinetarif. P1 ist unmissverständlich als Haus für kurze Aufenthalte angelegt. Parkhaus 2 kostet 6 Euro je angefangene Stunde, führt die barrierefreien Stellplätze und die Frauenparkplätze und staffelt weiter auf 229 Euro für vierzehn Tage, danach 7 Euro je Tag.

Parkhaus 3 ist mit 6.547 Stellplätzen größer als die drei anderen Anlagen zusammen: 4 Euro je angefangene Stunde, 36 Euro am Tag für die ersten drei Tage, 165 Euro für vierzehn. Parkplatz Nord ist mit 80 Stellplätzen die kleinste Fläche, liegt mit 150 Metern Fußweg aber näher an den Terminals als P3; er rechnet die ersten vier Tage einzeln zu 43 Euro ab und jeden Tag nach der ersten Woche zu 9 Euro – die teuerste Woche im offiziellen Angebot. Daneben gibt es ein Exklusivparken mit separatem Sicherheitsbereich zu 55 Euro am Tag und 205 Euro in der Woche.

CGN parken P3: 350 Meter, und ein vierter Tag für einen Euro

Rechnen Sie die Staffel des Parkhauses 3 einmal aus, statt sie zu lesen. Drei Tage zu je 36 Euro ergeben 108 Euro. Vier bis sieben Tage kosten pauschal 109 Euro.

Der vierte Tag kostet also einen Euro. Der fünfte, sechste und siebte kosten nichts.

Das ist kein Rechenfehler, sondern eine bewusst gesetzte Kante – und sie kommt den meisten Reisenden entgegen: Wer am Donnerstag fliegt und am Sonntag zurückkommt, zahlt praktisch dasselbe wie jemand, der erst am folgenden Mittwoch landet. Ob eine Reise drei oder sieben Tage dauert, ist am CGN keine Parkfrage mehr.

Die Kante gibt es auch anderswo, nur weniger scharf: In P2 kostet der vierte Tag 40 Euro und die drei folgenden nichts, am Parkplatz Nord kostet der fünfte Tag 8 Euro und der sechste und siebte gar nichts.

Der Preis dafür sind 350 Meter Fußweg, die der Flughafen selbst so ausweist. Nach den Koordinaten der offiziellen Flughafenkarte liegt P3 rund 700 Meter Luftlinie vom Terminal 2 und gut einen Kilometer vom Terminal 1 entfernt; die 350 Meter meinen erkennbar den ausgeschilderten Zugang, nicht den Weg bis zum Check-in-Schalter. Wer den Fußweg nicht scheut, zahlt für sieben Tage in P3 genau 60 Euro weniger als im Parkhaus 2 – dieselbe Woche, dasselbe Gelände.

Langzeitparken Köln/Bonn: was die zweite Woche kostet

Über die erste Woche hinaus wird die Rechnung ruhiger, aber nicht linear. Vierzehn Tage kosten in P3 165 Euro, in P2 229 Euro. Das sind in P3 knapp 11,80 Euro pro Tag über die gesamte Dauer – ein Wert, mit dem am deutschen Markt sonst eher externe Anbieter werben als der Flughafen selbst. Die zweite Woche kostet in P3 also 56 Euro, in P2 60 Euro. Für jeden Tag jenseits der ausgewiesenen Stufen nennt die Preisliste 5 Euro (P3), 7 Euro (P2) beziehungsweise 9 Euro (Parkplatz Nord); wer drei Wochen verreist, prüft die Summe besser im Reservierungssystem nach, statt sie hochzurechnen – die Staffel ist als Produktliste formuliert, nicht als Formel.

Wie anders dieselbe Aufgabe gelöst werden kann, zeigt der Blick nach Hessen: Dort läuft die Tagesstaffel bis zu einem Wochendeckel durch und fällt danach auf einen stark reduzierten Satz, nachgerechnet unter Parken am Flughafen Frankfurt. Köln/Bonn erreicht ein ähnliches Ergebnis über einen ganz anderen Weg – über eine Pauschale, die früh greift.

Günstig parken am Flughafen Köln: der Onlinetarif und der Drei-Euro-Sonntag

Der größte einzelne Hebel ist nicht die Wahl des Parkhauses, sondern der Buchungsweg. Im Parkhaus 3 kostet dieselbe Woche an der Schranke 109 Euro und online ab 39 Euro: 70 Euro Unterschied, für dasselbe Haus, denselben Zeitraum und dieselbe Entfernung zum Terminal. In P2 stehen 169 Euro gegen 75 Euro. Der Onlinetarif ist als „ab“-Preis ausgewiesen und damit auslastungsabhängig – in den nordrhein-westfälischen Sommerferien liegt er höher als an einem Dienstag im Februar. Die Richtung der Aussage ändert das nicht.

Daneben führt der CGN eine Besonderheit, die ich sonst nirgends in dieser Form gefunden habe: den Shoppingtarif. An Sonn- und Feiertagen kosten alle Ein- und Ausfahrten in den Parkhäusern 1, 2 und 3 pauschal 3 Euro – bei einer Einfahrt nach 9:00 Uhr und einer Ausfahrt vor 19:00 Uhr.

Die Bedingung ist kein Kleingedrucktes, sondern der ganze Punkt. Der Flughafen schreibt ausdrücklich: Bei Einfahrt vor 9:00 oder Ausfahrt nach 19:00 gilt für den gesamten Aufenthalt der reguläre Tarif des jeweiligen Parkhauses. Wer sonntags um 8:50 Uhr einfährt und um 18:00 Uhr wieder heraus, zahlt nicht 3 Euro, sondern den Tagessatz – zehn Minuten Ungeduld kosten 40 Euro. Umgekehrt ist der Shoppingtarif für einen Nachmittag auf der Besucherterrasse oder eine Abholung konkurrenzlos günstig, solange Sie die Uhr im Blick behalten. Welche Terminals und Zeiten am CGN gelten, ist in einer Übersicht zu Abflügen ab Köln/Bonn zusammengestellt.

Weiter fahren, billiger parken? Die Gegenprobe mit Düsseldorf

Im Rheinland gilt die Faustregel, Köln/Bonn sei der günstige Flughafen und Düsseldorf der teure. Zwischen beiden liegen rund 70 Straßenkilometer – weit genug, dass sich die Frage lohnt, ob man dem Parkpreis hinterherfährt. Die Probe fällt anders aus als erwartet.

Auf der Düsseldorfer Seite stehen zwei Quellen zur Verfügung. Der Flughafen Düsseldorf wirbt auf seiner eigenen Seite zum Urlauberparken (Stand 2026) mit einer Woche Parken „schon ab 50 Euro“ und nennt als konkrete Onlineangebote sieben Tage im P5 für 75 Euro, im P7 für 95 Euro und im P3 für 115 Euro. Die Schrankenpreise stammen aus unserer eigenen Aufstellung zum Parken am Flughafen Düsseldorf vom August 2026: Dort beginnt die Wochenrate der offiziellen Parkhäuser bei rund 105 Euro im P8 und reicht bis rund 190 Euro im P1.

Damit steht gegeneinander: online 39 Euro in Köln/Bonn gegen ab 50 Euro in Düsseldorf – elf Euro Unterschied. An der Schranke 109 Euro gegen rund 105 Euro, Köln/Bonn also sogar geringfügig teurer, wobei die Kölner Zahl aktueller ist und beide Werte nicht aus demselben Monat stammen.

Die Faustregel hält damit nicht. Elf Euro Vorsprung im Onlinetarif sind real, decken aber die Mehrfahrt nicht: 140 Kilometer hin und zurück kosten bei sieben Litern je 100 Kilometer und einem angenommenen Literpreis von 1,75 Euro rund 17 Euro Kraftstoff, die Zeit nicht gerechnet. Was den CGN auszeichnet, ist nicht das Preisniveau, sondern die Form der Staffel: die frühe Pauschale ab dem vierten Tag und der Drei-Euro-Sonntag.

Terminalvorfahrt: zehn Minuten frei, danach sehr schnell teuer

Für das reine Bringen und Holen gibt es die Terminalvorfahrt mit einer Höchstparkdauer von einer Stunde. Bis zu zehn Minuten sind kostenfrei, allerdings höchstens einmal am Tag. Danach steigt die Staffel steil: bis 15 Minuten 8 Euro, bis 20 Minuten 11 Euro, jede weitere angefangene Fünfminuteneinheit 3 Euro. Ab der zweiten Einfahrt am selben Tag kostet jede Fünfminuteneinheit 5 Euro, und zwar von Anfang an.

Das ist eine bewusst gebaute Sperre gegen Kreisverkehr: Wer noch einmal herumfährt, weil beim ersten Anlauf niemand da war, zahlt dafür deutlich mehr als beim ersten Mal. Wer mit Verspätung rechnet, steht in den Parkhäusern besser – oder, an einem Sonntag, für 3 Euro. Für kurze Stopps gibt es zusätzlich P1K auf Ebene 0 sowie P1A und P20 auf Ebene -1 am Terminal 1, jeweils 5 Euro bis 30 Minuten und 2 Euro je weitere 10 Minuten.

Wer die Vorfahrt gar nicht braucht, weil er sich fahren lässt, sollte die Gegenrechnung kennen: Die Entfernungen und Taxispannen für Hunderte Ziele rund um den CGN sind nach Kilometern und Fahrzeit aufgeschlüsselt, und für Fahrten aus dem weiteren Umland ist die Größenordnung einer Strecke von etwa 50 Kilometern der bessere Maßstab als das Gefühl.

1,95 Meter: die Zahl, die vor jedem Preis kommt

Bevor Sie irgendeinen Tarif vergleichen, prüfen Sie die Höhe Ihres Fahrzeugs. Der Flughafen gibt die maximale Durchfahrtshöhe in den Parkhäusern mit 1,95 Metern an und verweist größere Fahrzeuge ausdrücklich auf den Parkplatz Nord oder das Parkhaus 1.

Diese Einschränkung ist teurer, als sie klingt. Der Parkplatz Nord hat 80 Stellplätze und kostet 180 Euro für fünf bis sieben Tage; P1 weist für die Woche nur den Onlinetarif ab 129 Euro aus. Wer mit Dachbox, Fahrradträger oder Hochdachkombi anreist, ist vom günstigsten Angebot des Flughafens also ausgeschlossen – und konkurriert um achtzig Plätze. Eine Vorabbuchung ist hier keine Empfehlung, sondern die Voraussetzung dafür, anzukommen.

Auch wer extern parkt, sollte eine Frage vorab klären, die mit dem Preis nichts zu tun hat: Wer den Schlüssel übergibt, schließt keinen Vertrag über eine Fläche, sondern einen Verwahrvertrag, mit anderen Folgen im Schadensfall – auseinandergenommen unter Valet Parking und Haftung.

Wer nicht selbst fliegt, sondern nur jemanden bringt, fährt oft am günstigsten gar nicht bis zum Flughafen: Das Kölner P+R-Netz ist kostenlos, verlangt aber einen gültigen Fahrschein und begrenzt die Standzeit auf 24 Stunden – die Bedingungen stehen unter Park and Ride in Köln. Und wer den eigenen Wagen ganz stehen lassen will, hat am CGN eine Alternative, die viele deutsche Flughäfen nicht haben: Er verfügt nach eigener Angabe über einen eigenen ICE-Bahnhof in unmittelbarer Nähe zu beiden Terminals. Wie ein solcher Fernbahnhof am anderen Ende der Strecke mit den Terminals verknüpft ist, ist am Frankfurter Beispiel Gleis für Gleis erklärt.

Am Ende läuft die Wahl am Köln Bonn Airport auf drei Zahlen hinaus, und keine davon ist die Wochenrate: 1,95 Meter entscheiden, welche Häuser überhaupt offenstehen; der vierte Tag entscheidet, ob eine längere Reise mehr kostet als eine kurze – in P3 tut sie es um einen Euro; und 9:00 bis 19:00 entscheidet an einem Sonntag über 3 Euro oder 43. Die Wochenrate selbst ist, wie die Gegenprobe mit Düsseldorf zeigt, das am wenigsten Kölnische an diesem Flughafen.

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